Nehmen wir den Architekten als Beispiel. Meist wendet sich der Architekt an den Bauanwalt erst, wenn er sein Honorar nicht bekommt oder wenn er sich im Rahmen eines Haftungsprozesses wegen Planungs- und/oder Überwachungsfehler zur Wehr setzen muss. Auch hier ist es dringend ratsam, frühzeitig, nämlich vor Beginn seiner Leistung, mit dem Anwalt einen sorgfältig auf das konkrete Bauvorhaben abgestimmten Architektenvertrag zu erarbeiten. Ein Mustervertrag aus dem Schreibwarengeschäft oder heruntergeladen aus dem Internet genügt den heutigen Ansprüchen nicht. Eine bittere Erfahrung, die schon viele Architekten gemacht haben.

Häufig gehen die Meinungen von Bauherrn und Architekt über Fragen der Honorierung weit auseinander, insb. dann, wenn der Planer mehrere Entwürfe gefertigt hat, Umplanungen (Tekturen) z.B. vom Bauamt verlangt werden, die Baustelle stillsteht, aus Gründen die keiner vorhergesehen hat, der Bauunternehmer während der Bauphase ausfällt, usw., usw.

Jeder Bauherr und Architekt kann von solchen Situationen und den sich daraus ergebenden Streit eindrücklich berichten. Die Aufgabe des Anwaltes besteht dann darin, den Streit unter den Parteien, möglichst vorgerichtlich zu versachlichen und juristisch aufzuarbeiten. Geschieht dies professionell z.B. unter Aufzeigen der beiderseitigen Prozessrisiken, stehen die Chancen nicht schlecht, dass sich Architekt und Bauherr quasi der Mediation des Anwaltes anvertrauen und zu einer wirtschaftlich vernünftigen Einigung gelangen. Ein Prozess vor Gericht, das muss nicht eigens gesagt werden, ist niemals schön und immer teuer.

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