Erwerb und Verwaltung einer Eigentumswohnung


Wer sich eine Eigentumswohnung (ETW) kaufen möchte oder bereits eine solche erworben hat, wird dadurch Mitglied einer Rechtsgemeinschaft, bestehend aus einer mehr oder minder großen Anzahl von Miteigentümern. Diesen zusammen „gehört“ die Wohnanlage. Dass das Zusammenleben in einer solchen Konstellation nicht immer einfach ist, wissen wir alle.

Deshalb gibt das WEG die rechtlichen Spielregeln vor, wie die gegenseitigen Rechte und Pflichten vom Gesetzgeber ausgestaltet wurden.

Ihr Sondereigentum bezieht sich auf alles innerhalb Ihrer „4 Wände“ (Wohnung). Darin sind Sie weitgehend frei „zu walten und zu schalten“. Das sog. Gemeinschaftseigentum, also z.B. das Treppenhaus, die Tiefgarageneinfahrt, die Fassade mit Fenster und Türen, gehört allen zusammen nach Bruchteilen, meist in 1/1000 tel gerechnet.

Der Hausverwalter und die Eigentümerversammlung


Die Verwaltung des Gemeinschaftseigentums, insb. auch der gemeinsam entstehenden Kosten für Heizung, Wasser, Aufzug, etc.) übernimmt der Hausverwalter. Dieser wird von allen Miteigentümern gewählt und muss ihre Beschlüsse zu einzelnen Sachfragen umsetzen. Er beruft die Eigentümerversammlung ein und lässt über Beschlussvorlagen abstimmen.

Der Anwalt kommt immer dann ins Spiel, wenn Sie Bedenken zu Beschlussvorlagen oder dem mit Mehrheit gefassten Beschluss selbst, zur Ladung und/oder Durchführung der Versammlung, der Höhe der monatl. Vorauszahlungen laut Haushaltsentwurf, u.ä. haben.

Um ein Beispiel zu geben: Die Eigentümergemeinschaft beschließt alle Fenster in der Wohnanlage schallschutztechnisch von der SSK 3 auf 5 aufzurüsten. Die Kosten sind enorm. Sie sind der Auffassung, dass eine Ertüchtigung der Fenster auf die SSK 4 genügen würde. Ihr Bauanwalt, event. zusammen mit einem Sachverständigengutachten, hilft Ihnen bei der Durchsetzung Ihrer Argumentation. Dies wird er zuerst außergerichtlich versuchen, hilfsweise, wenn das nicht gelingt, mit Hilfe der Gerichte. Gibt Ihnen das Gericht Recht, muss die WEG für die dafür entstandenen Kosten und Gebühren aufkommen.

WEG und Bauträger


Muss die WEG gegenüber dem Errichter der Anlage, meist ein Bauträger, Baumängel oder fehlende Leistungen einfordern, wird sich diese vernünftiger Weise von einem Bauanwalt vertreten lassen. Auch der einzelne Miteigentümer kann seine Gewährleistungsrechte am Sondereigentum gegenüber dem Bauträger geltend machen. Möchte er, Fehler am Gemeinschaftseigentum (siehe Beispiele oben) abstellen lassen und die WEG zieht nicht mit, wird er und sein Anwalt diese dazu zwingen.

Copyright 2016: Peter H. Diehl